Kunsttherapie als Kassenleistung

„Es besteht die Möglichkeit, Kunsttherapie auf Kassenrezept zu erhalten. Nach dem Bundesgerichtsurteil (BSG) vom 22.03.2005, Aktenzeichen B 1
A 1/03 R, dürfen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Kunsttherapie abzüglich einer Eigenbeteiligung von 10% der tatsächlichen Kosten erstatten. Außerdem gibt es einen diesbezüglichen Beschluss des BSG vom Oktober 2005, der aber noch nicht veröffentlicht wurde. Das Urteil wurde von der Securvita BKK erstritten und danach zunächst von der IKK Hamburg und der GEK anerkannt. Mittlerweile haben die BEK und einige BKKs diese Leistungen anerkannt und bezuschussen kunsttherapeutische Leistungen auf Einzelantrag.

Am 06.12.2005 entschied das Bundesverfassungsgericht mit AZ1BVR 347/98, das Versicherte gemäß Grundgesetz ein Recht auf Leistungserbringung durch gesetzliche Krankenversicherungen haben. Die Finanzierung der Behandlung darf nach diesem Urteil nicht mehr von der Anerkennung der jeweiligen Therapierichtung abhängig gemacht werden. Die Therapiestunden werden vom Patienten im Voraus selbst bezahlt und nachträglich durch seine Krankenkasse bezuschusst. Wie hoch die Kostenübernahme bei den einzelnen Kassen ausfällt, muss z.Z. in jedem einzelnen Fall schriftlich vorher geklärt werden. Manche Kassen haben mittlerweile entsprechende Regelsätze festgelegt.

Nach der bisherigen Praxis wird vom Haus- oder Facharzt ein Rezept für 20 Std. Kunsttherapie ausgestellt, auf dem auch die Diagnose stehen
muss. Mit der Kopie dieses Rezeptes stellt der Patient einen formlosen Antrag bei seiner Krankenkasse. Die Krankenkasse rechnet mit dem
Patienten pro Quartal ab, indem dieser einen Zahlungsbeleg der in Anspruch genommenen Stunden vorlegen. Bis zu zwei Folgerezepte von jeweilsweiteren 20 Std. werden in der Regel ebenfalls anerkannt.“

Quelle: http://www.privatpraxis24.eu/